Visuelle Bildung

Erschienen: Kunstpädagogik im Anschluss an Pazzini

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In der Bildenden Kunst haben sich Menschen in historisch und kulturell unterschiedlichen Arten und Weisen einen besonderen Bereich der Bildung vor Bildern geschaffen. Karl-Josef Pazzini versteht Bildende Kunst immer auch als Forschung zur Verfassung und Beschreibung des Subjekts auf dem Weg zum Anderen und vom Anderen. Künstlerische Arbeiten werden in dieser Perspektive nach möglichen Auskünften über subjektive Bildungsprozesse, ihre Bedingungen und Dimensionen befragt und gleichzeitig als widerständige, störende, affizierende Dinge zum Anlass wieder anderer Bildung(en). Er hat diese These in seiner kunstpädagogischen Lehre und Forschung in der Konfrontation mit vielen Bildern und Kunstwerken erprobt, mit Theoretisierungen versehen und in den kunstpädagogischen Diskurs eingebracht. Das in 2015 erschienene Buch Bildung vor Bildern. Kunst – Pädagogik – Psychoanalyse zeugt davon.
Die Beiträge des hier vorliegenden Sammelbands befragen im Anschluss daran die theoretische Ausrichtung des Zusammenhangs von Kunst und Pädagogik. (Ehemalige) Studierende, Schüler*innen und Kollegen*innen von Karl-Josef Pazzini aus dem Feld der Kunstpädagogik reflektieren ihre individuellen Bezüge zu seinen Arbeiten und kalkulieren den Übertrag in die eigene Lehr- und Forschungsarbeit.
Darin u.a.: Johns, Stefanie: Oszillierende Bildkondensate (Kommentar zur Rahel Puffert)
Sabisch, Andrea: Zwischen Bildern und Betrachter*innen. Wie Bilder uns ausrichten.
Wollberg, Ole: Bildungen des Ungewussten oder How to do Anmut.
Zahn, Manuel: Bildschirme. Medienökologische Perspektiven auf das (in)dividuelle Phantasma in der aktuellen Medienkultur.

Interdisziplinärer Band zur Bilderfahrung

Vertreter verschiedener Disziplinen diskutieren eindrucksvolle Werke der Sammlung Prinzhorn, entstanden zwischen 1880 und 1920 im psychiatrischen Kontext. Erfahrene Grenzsituationen und deren Verarbeitung in oft wahnhafte Sinnhorizonte wurden hier in ästhetische Formen gebracht.
Was ist eigentlich fremd an diesen Werken? Welche veränderte Welterfahrung wird in der scheinbaren Fremdheit sichtbar? Ist es möglich, in der Begegnung grundlegende Strukturen subjektiver Erfahrung und Lebenswelt gerade dank ihrer Verzerrungen zum Vorschein zu bringen? Individuelle Werk- und Fallanalysen öffnen den Raum für das pathische Geschehen in den Werken. Überlegungen zu kreativer Praxis und Rezeption erhellen das Verständnis für die Übergänge zwischen Normalität und Anomalität. Zum Inhaltsverzeichnis.
Darin: Sabich, Andrea: Figurationen der Verkörperung zwischen Bildwerdung und Subjektbildung. S. 95-114.

Handbuch Schweigendes Wissen in der Erziehungswissenschaft

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›Schweigendes‹ Wissen spielt eine wichtige Rolle für die soziale Praxis. Für die Erziehungswissenschaft bedeutet dies u.a., Konzepte wie Materialität, Raum, Körper und Visualität in den Blick zu nehmen. Schweigendes Wissen spielt in den Feldern von Lernen und Erziehung, Bildung und Sozialisation insofern eine wichtige Rolle, als neben geplanten, rational fassbaren und anderen expliziten Faktoren auch solche das Handeln in diesen Feldern maßgeblich beeinflussen, die nicht artikuliert zugänglich und kognitiv verfügbar sind. Diese Formationen werden als ›implizites‹, ›praktisches‹, ›unbewusstes‹ Wissen oder als ›Know-how‹ bezeichnet. Im Rahmen der Erziehungswissenschaft geht mit deren Beachtung eine Hinwendung zu Konzepten der Macht, Materialität, Raum, Körper, Visualität oder Virtualität einher. Darin: Sabisch, Andrea | Wollberg, Ole | Zahn, Manuel: Ästhetische Praxis und Schweigendes Wissen. In: Kraus, Anja | Budde, Jürgen | Hietzge, Maud | Wulf, Christoph (Hrsg.): Handbuch Schweigendes Wissen in Lernen, Erziehung, Bildung und Sozialisation. Weinheim 2017: Beltz Juventa (i.E.).

Ungewissheit im (visuellen) Bildungsprozess

Befähigung zu gesellschaftlicher Teilhabe

Zur Frage der Ungewissheit und Irritation im Bildungsprozess ist nun ein gemeinschaftlicher Artikel der Hamburger Forschungsgruppe »Ungewissheit« entstanden, indem es darum geht interdisziplinäre fachdidaktische Forschungen an die transformatorische Bildungstheorie anzuschließen und gleichzeitig eine fachspezifische wie übergreifende Diskussion anzuregen, die über pädagogische Normalisierungen und Habitualisierungen hinaus geht.
Vgl. Ingrid Bähr, Alexander Bechthold, Ulrich Gebhard, Claus Krieger, Britta Lübke, Malte Pfeiffer, Andrea Sabisch und Wolfgang Sting: Ungewissheit und Irritation im Bildungsprozess. Didaktische Forschungen im Fachkontext von Biologie, Theater, Kunst und Sport. In: Menthe, Jürgen; Höttecke, Dietmar; Zabka, Thomas; Hammann, Marcus; Rothgangel (Hg.): Befähigung zu gesellschaftlicher Teilhabe. Beiträge der fachdidaktischen Forschung. Münster: Waxmann 2016. S. 41-69.

Visuelle Assoziation – Tagung 15.-17.9.2016

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Die von Maneul Zahn und Andrea Sabisch konzipierte Tagung reflektiert das Phänomen der »Visuellen Assoziation« im Kontext visueller Bildung. Im Unterschied zu sprachbasierten Assoziationen kann man visuelle Assoziationen als formale, semantische, gestische oder performative Verknüpfungen verstehen, die sich im Hinblick auf Aspekte wie Lage, Richtung, Häufigkeit, Ähnlichkeit, Kontrastierung, Rhythmus und Wiederholung untersuchen und differenzieren lassen. Diese Dimensionen spielen nicht nur in visuellen Artikulationen des Sehens, Zeigens und Darstellens eine relevante Rolle, sie markieren zudem auch einen Übergang zum Virtuellen. Indem Sie verlängern, ausdehnen, unterbrechen, verknüpfen, streuen, schichten und takten, eröffnen sie nicht nur visuelle Räume, Durch- und Übergänge, sondern zugleich imaginäre, mentale Welten. Dabei richten sie sowohl Bildproduzenten als auch -rezipienten gleichermaßen in ihrem bildbezogenen Wahrnehmen, Denken und Handeln aus. Insofern kommt ihnen in Bildungsprozessen eine ähnlich elementare Funktion zu, wie sie der Metapher in sprachbasierten Bildungstheorien zugewiesen wird.
Das Programm finden Sie hier Einladung_Tagung_VISUELLE_ASSOZIATION
Anmeldung bis zum 31.07.2016 an EW1.AesthBildg@uni-hamburg.de, hier erfahren Sie auch die Kontodaten. Die Anmeldung wird erst mit der Überweisung gültig.
Alle Plätze sind derzeit ausgebucht!
Kosten: Die Tagungsgebühren für die gesamte Tagung betragen 50,00 €, für Student*innen und Doktorand*innen 25,00 €.

Ungewissheit im Bildungsprozess

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Do, 4.02.2016 bis 6.02.2016,
Tagungsort: Warburghaus, Hellwigstrasse 116, 20249 Hamburg

Die Fähigkeit zu einem konstruktiven Umgang mit Ungewissheit wird nicht nur für die unausweichliche Erfahrung von Kontingenz und Differenz in unserer Gesellschaft zunehmend relevant, sondern stellt zudem einen wichtigen Aspekt in der Genese von Bildungsprozessen dar.
Im Rückgriff auf einen transformatorischen Bildungsbegriff und auf phänomenologische Ansätze zur Fremdheit werden Möglichkeiten gesehen, Ungewissheitssituationen als konstruktive Momente des Lehrens zu verstehen. Es wird davon ausgegangen, dass eine didaktische Konzeption von Fachunterricht im Sinne einer Durchbrechung institutioneller Routinen, des Verlangsamens schneller Deutungsprozesse, der Konfrontation mit Ungelöstem, Unfertigem usw. einen Möglichkeitsraum für bildungsrelevante Ungewissheitserfahrungen eröffnet.
Das Symposium trägt Werkstattcharakter und bietet einen breiten Raum zur fächerübergreifenden Diskussion einführender Vorträge sowie einer Reihe von Studien einer Gruppe von Fachdidaktikern der Universität Hamburg. In zwei Zeitfenstern sollen ergänzend Perspektiven weiterer Forschungsprojekte im Kontext von Ungewissheit in Form von Kurzbeiträgen in den Blick genommen werden.
Es ist das Anliegen des Symposiums, einerseits zu fragen, ob sich fächerübergreifende Phänomene im Handeln der Schüler*innen in Ungewissheitssituationen empirisch zeigen und theoretisch einordnen lassen; andererseits soll die Relevanz und mögliche Weiterentwicklung dieser Befunde für den Diskurs des Lehrens respektive der Lehrerprofessionalisierung erörtert werden. Weitere Infos siehe unter http://online-dienste.verwaltung.uni-hamburg.de/projekte/veranstaltungen/uploads/mod/151217143651d.pdf

Exkursion

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Anlässlich der Ausstellung »Sagen und Zeigen. Schrift in der Kunst« in der Stadtgalerie – Villa Dessauer in Bamberg fand ein studentischer Austausch zwischen Hamburger und Bamberger Kunststudierenden statt. Unter der Leitung der Kuratorin und Seminarleiterin in Bamberg, Notburga Karl und der Hamburger Professorin Andrea Sabisch fand eine anregende künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung statt, die in einem öffentlichen Symposion mündete.

Tagung zum Kontext von Bildern und Bildung

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Die Tagung »nachbilder [ ] vorbildern«, die im September im Warburg-Haus  anlässlich des Ruhestands von Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini – unter der Leitung von Prof. Dr. Torsten Meyer, Prof. Dr. Andrea Sabisch, Dr. Manuel Zahn und Ole Wollberg stattfand, zeigte ein dichtes dialogisches und kollektives Reflektieren über das neue Buch von »Bildung vor Bildern«. Eine weiterführende Publikation ist in Planung.

Tagung Save the date: nachbild[ ]vorbildern

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Tagung anlässlich der Emeritierung von Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini
17.-19.9.2015, Warburg-Haus Hamburg

In der Bildenden Kunst haben sich die Menschen im Laufe ihrer Geschichte in je historisch und kulturell unterschiedlichen Arten und Weisen einen besonderen Bereich der Bildung vor Bildern geschaffen. Karl-Josef Pazzini versteht Bildende Kunst immer auch als einen Forschungsbereich zur Verfassung und Beschreibung des individuellen Subjekts auf dem Weg zum Anderen und vom Anderen, auch dem Bild her bestimmt. Die künstlerischen Arbeiten werden in dieser Perspektive nach ihren möglichen Auskünften über subjektive Bildungsprozesse, ihrer Bedingungen und Dimensionen befragt und gleichzeitig als widerständige, störende, affizierende Dinge auch zum Anlass wieder anderer Bildung(en). Die künstlerischen Arbeiten werden in dieser Perspektive nach ihren möglichen Auskünften über subjektive Bildungsprozesse, ihrer Bedingungen und Dimensionen befragt und gleichzeitig als widerständige, störende, affizierende Dinge auch zum Anlass wieder anderer Bildung(en). Er hat diese These in seiner kunstpädagogische Lehre und Forschung in der Konfrontation mit vielen Bildern und anderen Kunstwerken erprobt, mit Theoretisierungen versehen und in den kunstpädagogischen Diskurs eingebracht. Das Buch „Bildung vor Bildern“, das September 2015 im Transcript-Verlag erscheinen wird, zeugt davon. (mehr …)