Publikation

revisit – Kunstpädagogische Handlungsfelder

revisit lautet der Titel des neuen, zweiten Bandes der Reihe „Kunst Pädagogik Partizipation“, die den Gesamtprozess des Buko12 (Bundeskongress der Kunstpädagogik 2010-2012) repräsentiert. Er betont das erneute Überdenken und exemplarische Weiterentwickeln kunstpädagogischen Lehrens und Lernens mit dem Fokus auf vier kunstpädagogische Handlungsfeldern: Expeditionen Ästhetische Bildung, Partizipatorische Kunstpädagogik in der Grundschule, Sozialraumorientierung im Ganztag, Interkultur – Globalität – Diversity.

Neue Schriftenreihe „Kunst Pädagogik Partizipation“

Das erste Buch der Initiative zum Bundeskongress 2010-2012 ist erschienen. Es heißt „Shift- Wandel, Wechsel, Verschiebung, Verlagerung, Veränderung“ und behauptet einen Wandel der kunstpädagogischen Rahmenbedingungen mit Blick auf drei große Schlagworte: #Globalisierung #Medienkulturen und #Aktuelle Kunst. Ausgehend von Arbeitsprozessen aus vier Arbeitsgruppem entstand ein interessanter Sammelband, der versucht partizipartorische Formen, Themen und Fragen in eine entsrechende Buchform zu übersetzen. Sehr unterschiedliche Textformen, vom Statement über Tagungsberichte, Essays bis hin zu kleinen „Lexikoneinträgen“, machen dies Buch nicht nur unterhaltsam, sondern auch anregend für weiterführende Diskussionen in der Lehre oder auf dem Bundeskongress im Oktober. Darin Sabisch, Andrea: Expeditionen ins Lehrreich.

Tacit Knowledge in Aesthetics

Ausgehend von der Tagung „Tacit Dimensions of Pedagogy“ in Berlin 2011 hat sich seither ein internationales Forschungsteam mit Fragen der impliziten Erfahrungen im pädagogischen Kontext auseinandergesetzt. Nun haben Bosse Bergstedt, Anne Herbert, Anja Kraus und Christoph Wulf das gleichnamige Buch herausgegeben, das man als Gegenentwurf zur allzu messbarkeitsorientierten empirischen Bildungsforschung lesen kann. In meinem Beitrag geht es um „Tacit Knowledge in Aesthetics“.

Empirie des Lehrens

In den »Lehr-Performances – Filmische Inszenierungen des Lehrens« thematisieren Manuel Zahn und Karl-Josef Pazzini als Herausgeber das Lehren als bislang unbekanntes, komplexes, nachhaltiges und wenig erforschtes Beziehungsgeflecht. Ausgehend von einer interdisziplinären Ringvorlesung an der Universität Hamburg entstand ein Buch, welches für bildungs-, kultur- und medienwissenschaftliche Kontexte höchst aktuell und interessant ist. Die Einzelbeiträge erforschen das Lehren als performatives Phänomen, welches nicht 1:1 in Lernprozesse übersetzbar ist, sondern längerfristig, mehrdimensional und interdisziplinär gedacht werden muss. Anhand von Filmen, wie »Die Welle«, »Das fliegende Klassenzimmer«, »Le Fils«, »L`Enfant sauvage«, »Der Club der toten Dichter«, »Entre le murs«, »Blackboards«, »Mona Lisas Lächeln«, »Monsieur Mathieu«, »The  Wire«, »Das weiße Band« untersuchen die Autoren verschiedener Disziplinen nicht nur die filmische Darstellungen im Hinblick auf Facetten des Lehrens, sondern begreifen die Filme als eine andere Form der Empirie: Eine Empirie, die die Konstruiertheit und Fiktionalität ihrer Daten ernst nimmt.

Neuerscheinung: Image und Imagination


Image erfordert Imagination. Bilder zu sehen bedarf im Zeitalter der Neuen Medien – wie bereits in der Vergangenheit – imaginativer Fähigkeiten. Der Tagungstitel spielt bewusst mit dem mehrdeutigen Begriff „Image“, der in eingedeutschter Form noch etwas anderes meint, ein Bild, das einem äußeren Eindruck unterliegt. Ein Schwerpunkt des interdisziplinären Symposiums wird die Befragung unterschiedlicher Sparten künstlerischer Präsenz und ihrer Kontexte sein, wobei der evozierten (Selbst)-Reflexivität der Betrachter und Betrachterinnen besondere Bedeutung zukommt. Wie verhalten sich Medien und Bilder zueinander und beide zum Kunstbegriff? Welchen Stellenwert hat die Reflexion im Verhältnis zur Vorstellung und zum Erinnerungsbild, welche Funktion hat die Lücke im Bilderfluss?
Mehr zu dem kürzlich im Athena-Verlag erschienen Buch zur Tagung finden Sie hier.

Illustrationen zum Unheimlichen

Am Mittwoch, den 20.April um 19 Uhr findet die neue Ausstellung von Bilderbüchern im Foyer Von-Melle-Park 8 statt. Zwölf Studierende präsentieren ihre eigenen Illustrationen zu ausgesuchten Texten, die im Seminar „Das Unheimliche“ bei Prof. Dr. Andrea Sabisch entstanden sind. Das Plakat und die obige Postkarte hat Stefanie Frohwein mit Illustrationen von Antje Friedrich entworfen.

Auftaktveranstaltung zum kunstpädagogischen Bundeskongress 2012


Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Bundeskongresses der Kunstpädagogik am Freitag, den 26. November 2010, 15-18 Uhr im Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Frankfurt am Main.
Wie viel Kunst braucht die Kunstpädagogik?“ Diese Frage rückt durch die neuen Bildungsstandards und die Diskussion um Kompetenzen wieder ins Zentrum der Fachdiskussion. Sie eröffnet ein Feld, das weitere grundlegende Fragen nach dem Sinn und Zweck von Kunstunterricht bzw. allgemein von ästhetischer Bildung nach sich zieht. Lässt sich denn das, was die Kunst heute jungen Menschen zu bieten hat, taxieren und „kompetenzorientiert“ verwerten? Zielt Kunst etwa „nur“ auf persönliche Bildung oder auch auf das, was später im Beruf angewendet werden kann – „Schlüsselqualifikationen“, soft skills? Ist aktuelle Kunst und ihre Vermarktung mit unseren sozialen Werten vereinbar? Sollte „Kunst“ angesichts aktueller visueller Realitäten noch den Fokus eines Kunstunterrichts bilden oder nicht eher das „Bild“ in seinen vielfältigen Erscheinungen?
Diese und weitere Aspekte möchten wir diskutieren – kontrovers, engagiert, mit Blicken zurück, nach vorn und hoffentlich über die Tellerränder hinaus. Auf dem Podium werden sechs namhafte Vertreter der Schul- und Hochschullandschaft aus den Bereichen der Kunstpädagogik, der Bildenden Kunst und der angewandten Grafik über diese Fragen debattieren. Die Beteiligung aller Anwesenden an der Diskussion ist ausdrücklich erwünscht und wird durch angelegte Partizipationsmöglichkeiten unterstützt.

Die Diskussionsveranstaltung bildet den Auftakt für den Bundeskongress der Kunstpädagogik 2010-2012.

Prof. Dr. Tanja Wetzel, Kunsthochschule Kassel
Marc Fritzsche, BDK e. V. Fachverband für Kunstpädagogik, Landesverband Hessen und Universität Gießen
Prof. Dr. Torsten Meyer, Universität zu Köln

Das Subjekt, dem Wissen unterstellt wird: Festschrift für Karl-Josef Pazzini


Lange war es ein gut gehütetes Geheimprojekt, nun ist es da! Am Samstag wurde es anlässlich der Feier zum 60. Geburtstag von Karl-Josef Pazzini endlich enthüllt: Die Festschrift für Karl-Josef Pazzini, die von seinen »Schüler/innen« herausgegeben wurde: Meyer, Torsten/ Crommelin, Adrienne/ Zahn, Manuel (Hg.): Sujet supposé savoir. Zum Moment der Übertragung in Kunst Pädagogik Psychoanalyse, Berlin: Kadmos 2010. – Es ist ein tolles 384-Seiten-Buch geworden mit bildungstheoretischen, kunstpädagogischen udn psychoanalytischen Beiträgen, sowie künstlerischen Interventionen von insgesamt 48 Eingeweihten: continue reading „Sujet suopposé savoir – Festschrift für Karl-Josef Pazzini“ Unbedingt lesenswert!

Verrat am Subjekt

http://blogs.epb.uni-hamburg.de/zahn/files/2010/04/dwb.sabisch.flyer_.jpg

Im Rahmen der von Karl-Josef Pazzini und Manuel Zahn veranstalteten Ringvorlesung, die sich mit unterschiedlichen Inszenierungen des Lehrens im internationalen Spielfilm auseinandersetzt,werde ich heute zum Thema „Grenzen der Lehre“ sprechen: Hanekes Film Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte ist mehr als eine filmische Fiktion in dokumentarischer Manier mit Relevanz für die Gegenwart. Aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive stellt sich in diesem Film die Frage nach Bedingungen und Grenzen der Lehre neu. Unter dem Deckmantel der Fürsorge geschieht etwas, was der Geschichte vorgelagert wurde und zugleich immer wieder vorgeführt wird: ein Verrat am Subjekt. Ist dies der Grund, warum der Lehrer schließlich Schneider wird?