Rezension

Rezension zur Bildwerdung von Stefan Kristensen

 

 

 

 

 

 

 

 

In seiner Rezension über das Buch »Bildwerdung« von Andrea Sabisch schreibt Stefan Kristensen, Professor für Ästhetik und Kunsttheorie an der Universität Strasbourg: »Das Unternehmen von Andrea Sabisch ist wirksam, indem sie einen philosophischen und einen empirischen Ansatz verbindet und fruchtbar macht, um eine pädagogische Strategie für einen […] kreativen Umgang mit Bildern zu skizzieren« (S. 67) In Bezug auf die Rahmung hebt er hervor: »Sabischs Werk stellt sich mit dieser theoretischen Grundierung als eine sehr präzise und detaillierte Fallstudie des pädagogischen Ansatzes zweier künstlerischer Bildsequenzen ohne Text dar – Lo Straniero von Simone Kesting und Le Visiteur von Barbara Yelin. Sie gibt diese beiden Werke im Buch wieder und schlägt eine formale Lesart vor, die die Aufmerksamkeit auf die Besonderheit der visuellen Erzählung lenkt, welche wiederum eine zeitliche Erfahrung erzeugt, die die »verbindende Kraft« (S. 141) zwischen den Bildern leiblich spürbar macht« (ebd.). Zu den Falldarstellungen schreibt er: »Eines der interessantesten theoretischen Ergebnisse dieser empirischen Untersuchung ist, dass die Geste der Demonstration (das Zeigen) nicht im Gegensatz zur Sprache steht, sondern zusammen mit der Sprache zum Rezeptionssinn eines Bildes beiträgt. Sabisch schlägt vor, ›das Zeigen als bildliche Arbeit einer das eigene Körperschema übersteigenden Vorstellung bzw. Bildwerdung [zu] begreifen‹ (S. 284), was wiederum erlaubt, die Reaktion auf die verbindende Kraft von Bildern in den Gesten des an den Anderen gerichteten Leibes zu verorten, selbst im Ausdruck von Verlegenheit und Zögern.« Stefan Kristensen: Rezension zur Bildwerdung von Andrea Sabisch In: Journal Phänomenologie, Schwerpunkt: Poesie, Wien, 53/2020, S. 67-68.

Rezension zur »Bildwerdung« von Iris Laner

Die Erziehungswissenschaftlerin Iris Laner hat in der erziehungswissenschaftlichen Revue (EWR) jüngst eine auführliche Rezension zur Studie Bildwerdung von Andrea Sabisch veröffentlicht. Einige Auszüge in chronologische Reihenfolge daraus: »Das beispielhafte Vorgehen im empirischen Teil des Buches wird dabei in eine eingängige Methodenreflexion und eine intensive Theoriediskussion eingebettet, die Stimmen aus unterschiedlichen Disziplinen, wie der Erziehungswissenschaft, der Philosophie, der Bildwissenschaft und der Psychoanalyse, ins Gespräch bringt. […]
Gerade dort, wo die Autorin auf kaum bis nicht diskutierte Aspekte der Bildungstheorie hinweist, ist das Buch Bildwerdung nicht nur als Fallstudie interessant. Durch das Miteinbeziehen von philosophischen, bildwissenschaftlichen und psychoanalytischen Theorien leistet es einen spannenden Beitrag zur interdisziplinären Theoriebildung, die sich als besonders geeignet zeigt, auf blinde Flecke der Heimdisziplin hinzuweisen. […]
Sabischs erster beschriebener Fall von Anika und Beeke macht nicht nur in überzeigender Weise klar, dass Zeigen und Sagen, Verkörperung und Versprachlichung eng miteinander verbunden sind und dass diese Verknüpfung eben da sichtbar wird, wo die oberflächliche Solidität erfassender Worte zu bröckeln beginnt. Sabisch zeigt dies in ihrer Fallbeschreibung, die nicht nur sehr exakt und behutsam, sondern auch lebendig, ja, fast mitreißend ist, und in der nachfolgenden Analyse überzeugend. […]
Blickt man […] auf die mittlerweile zahlreichen und vielfältigen Untersuchungen, Analysen und Reflexionen über Bildungsgehalt, Lerneffekte und Kompetenzerwerb im Rahmen der Auseinandersetzung mit visuellen Medien und Bildern, zeigt sich mit aller Deutlichkeit die – nicht nur – diskursive Dringlichkeit des Themas, dem sich Bildwerdung verschreibt. Auch bildungspolitisch gesehen ist der Rahmen, in dem die Autorin ihre Fallstudien theorieaffin, weitsichtig und reflektiert einbettet, höchst brisant. Richtlinien wie das Common European Framework of Reference of Visual Literacy bewerten den kompetenten Umgang mit visuellen Medien und Bildern als zentral für die Umsetzung solider und umfassender Bildungsprogramme. Ihr Buch ist ein spannender, aufschlussreicher und ausgesprochen schön zu lesender Beitrag zu einer Debatte, die damit sicherlich noch nicht zum Abschluss gelangt, aber um viele Ideen, Impulse und Materialien bereichert ist.«